Das Ausfransen von Tinte ist unschön. Sie verdirbt den gesamten Eindruck eines geschriebenen Textes. Aber wodran liegt das Ausfransen eigentlich? Und was kann ich tun?

Wenn man mit der Hand schreibt, muss es entweder schnell gehen, oder es soll einen guten Eindruck machen.
Für deren ersten Fall ist es relativ egal womit man worauf schreibt. Einige werden noch Notizen mit dem Kugelschreiber auf der Hand kennen. Zum Beispiel Telefonnummern.
Aber wenn es auf einen guten Eindruck ankommt, und dazu zähle ich schon jeden von der Hand geschriebenen Brief, dann sollte das Geschriebene auch gut aussehen. Lesbar sein.

Wenn man einen Füller nutzt, sieht das normal immer besser aus als mit Kugelschreiber geschrieben. Aber: Tinte ist nicht ganz unkompliziert.

Nicht jede Kombination von Papier, Stift und Tinte funktioniert gut miteinander.

Was dabei passieren kann ist das Ausfransen der Tinte. Im englischen auch „Feathering“ genannt.
Dies ist natürlich nicht erwünscht. Und sieht alles andere als gut aus.

Je besser das Papier für die Nutzung mit Tinte geeignet ist, desto unwahrscheinlicher ist das Ausfransen. Aber es gibt eigentlich kein Papier bei dem das garantiert 100 % nie passiert. Es hängt eben von mehreren Faktoren ab.

Nahaufnahme Ausfransen von Tinte
Nahaufnahme drei verschiedener Kombinationen mit unterschiedlich starken Ausfransungen

Was ist das Ausfransen eigentlich?

Ausfransen ist es wenn der mit der Tinte gezogene Strich keine saubere Linie ist, sondern kleine Verästlungen bekommt. Gezackt erscheint.
In manchen Fällen erscheint es sogar so das die Tinte komplett verläuft und der gezogene Strich gar nicht mehr direkt erkennbar ist.

Wie entsteht das Ausfransen?

Tinten

Einfluss der Tinte

Tinte ist eine Flüssigkeit. Diese kommt in unterschiedlichen Viskositäten (also Zähflüssigkeiten) vor. Im Kugelschreiber sind zum Beispiel Tintenpasten, die eine so hohe Viskosität hat das diese normal nicht verläuft.
Andere Tinte, wie bei Füllern oder in Tintenrollern, haben aber eine geringe Viskosität. Diese können also verlaufen.

Am kompletten Verlaufen hindert die Tinte im Normalfall schon die Oberflächenspannung. Sehr schön anzusehen, wenn man einen Tropfen Tinte auf eine saubere Glasplatte setzt. Ähnlich wie beim Wasser bildet sich hier ein erhabener Flüssigkeitstropfen.

Allerdings ist jede Tinte ein wenig anders. Selbst wenn man die Tintenpaste von Kugelschreibern mal ausnimmt.
Die Zusammensetzung der Tinte variiert von Hersteller zu Hersteller, und von Farbe zu Farbe. Ist ja auch logisch. Jeder Hersteller hat seine ganz eigenen Farben (selbst bei ähnlichen Namen), mit all Ihren eigenen Geheimrezepturen.
Diese Zusammensetzung sorgt natürlich auch für eine leicht andere Oberflächenspannung.
Als Beispiel: Wasser hat bei 20 °C eine Oberflächenspannung von 72,75 mN/m. Ethanol von 22,55 mN/m

Diese Unterschiede in der Zusammensetzung, und damit auch nur leicht anderen Oberflächenspannungen, sorgt dafür das eine Tinte leichter verläuft als andere. Je geringer die Oberflächenspannung, desto eher verläuft die Tinte.

Füller

Einfluss des Schreibgerätes

Selbstverständlich hat auch das Schreibgerät einen Einfluss auf ein mögliches Ausfransen von Tinte. Denn das Schreibgerät bestimmt wie viel Tinte auf das Papier gesetzt wird.
Bei einem Füller kennt man die Auswahl der verschiedenen Federstärken. Eine breite Feder bringt verständlicherweise mehr Tinte auf das Papier, als eine schmale Feder derselben Art.
Und wie beim Wasser: je mehr Flüssigkeit auf einem einzelnen Fleck ist, desto eher fließt diese Flüssigkeit auseinander.

Einfluss des Papiers

Das Papier hat auf das Ausfransen, oder komplette Verlaufen, der Tinte den größten Anteil. Denn das Papier ist eben der Untergrund auf dem die Tinte aufgetragen wird.

Die beste Oberflächenspannung bringt nichts, wenn die Flüssigkeit durch den Untergrund in die Breite gezogen wird. Und genau dies passiert meistens beim Ausfransen.
Einzelne Papierfasern saugen die Tinte ein wenig stärker auf als andere. Und somit wird aus einer geraden, sauberen, Linie eine Linie mit vielen kleinen Zacken.

Dies passiert besonders gerne bei Papieren die nicht für die Nutzung mit Tinten geeignet sind. Oder allgemein bei billigen Papieren. Je besser das Papier behandelt ist, desto sauberer ist das allgemeine Schreibverhalten auf diesem Papier.

Nahaufnahme Papier
Nahaufnahme zweier verschiedenener Papiere. Beide nicht gut für Tinten geeignet.

Fazit

Das Ausfransen von Tinte ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Diese lassen sich zusammenfassen auf: Tinte, Stift und Papier.

Das Papier hat hierbei den größten Einfluss.
Wenn aber auf einem guten, geeignetem Papier, eine Kombination aus Tinte und Stift nicht funktioniert, kann eine andere Tinten-Stift-Kombination einwandfrei funktionieren. Das schließt natürlich eine andere Tinte im selben Füller genau so ein wie die gleiche Tinte in einem anderen Füller.

Author

Ein Freak von Papier, Stiften und Tinten. Aber ein wenig verrückt muss man ja sein.

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