Der japanische Schreibgerätehersteller Pilot Pen hat einen ganz besonderen Füllfederhalter auf dem Markt: den Pilot Capless. Einer der Besonderheiten ist hierbei, dass dieser Füller keine Kappe hat und die Feder sich versenkt. Auf Knopfdruck.

pilot capless 1024x683 - Kappenlos: der Pilot Capless

Der Capless, oft auch Vanishing Point genannt, ist ein recht ungewöhnlicher Füllfederhalter. Die Funktionsweise ist einzigartig und erinnert zu Recht an einen Druckkugelschreiber, aber es ist ein waschechter Füllfederhalter.

Ich darf euch heute hier den Stift vorstellen und habe dafür einen mattschwarzen Capless mit einer B-Feder.

Den Pilot Capless ausgepackt

In einem mattschwarzem Pappschuber, der über und über mit dem Pilot-Logo in Glanzlack versehen ist, befindet sich eine Box aus hochwertigem Kunststoff. Über den Inhalt gibt es dank des Aufdrucks “Capless” in Gold keine Unklarheiten. Wenn man den Klappdeckel öffnet, präsentiert sich, sicher gehalten, der Pilot Capless.

Pilot Capless in der Verpackung

Gut verstaut unter der oberen Schicht befindet sich die Anleitung und das Zubehör.

Der Pilot Capless kommt mit einem Konverter und der Halterung für eine Patrone, sowie einer Tintenpatrone. Außerdem befindet sich hier eine Garantiekarte und eine Anleitung.

Der Füllfederhalter besteht aus Metall. Bei der Feder handelt es sich um eine 18 kt Goldfeder, mit Titanium überzogen. Verfügbar sind die Capless mit F-, M- und B-Feder.

Die Form des Capless

Vom Aussehen ähnelt der Capless durchaus einem Druckkugelschreiber. Das kann man nicht verhehlen. Vorne leicht konisch zulaufend und hinten einen Drücker.
Aber der Eindruck wird durch den Clip ein wenig gestört. Denn dieser befindet sich nicht, wie man es bei Kugelschreibern kennt, beim Drücker, sondern vorne. An der Spitze. Und öffnet sich zum Drücker hin.

Wenn man sich die konische Spitze genauer anschaut, sieht man auch, das diese gegenüber dem Clip, am Ende abgeflacht ist. Die Öffnung ist auch größer als bei einem Kugelschreiber und hat eine “D”-Form.

Der Pilot Capless im Gebrauch

Wenn man den Capless einsatzbereit machen will, hat man die Wahl, ob man nun Patronen oder den Konverter nimmt. 

Der Konverter für den Capless

Auf jeden Fall hat man nach dem Aufschrauben des Füllfederhalters das Innenleben vor sich.
Das Innenleben besteht in diesem Fall aus einer Einheit, dessen Spitze die sehr schlanke Feder bildet. Dieses Innenleben liegt locker, aber verdrehsicher, in der Hülse.
Dank einer Kerbe und Ausbuchtung ist die Positionierung des Innenlebens in der Hülse, die für die Funktion sehr wichtig ist, kein Problem.

In dieses Innenleben steckt man nun diesen recht speziellen Konverter oder die Patrone inklusive Halter.
Um den Konverter zu füllen, sollte man diesen in das Innenleben stecken und dies so direkt zum Aufziehen benutzen.

Nachdem der Konverter gefüllt ist, kann man das Innenleben wieder in die Hülse platzieren und diese zusammenschrauben.

Aufnahme-Mechanismus von Federeinheit und Hülse

Damit man mit dem Füller schreiben kann, muss zuerst der Drücker, der deutlich länger ausfällt als bei einem Kugelschreiber, benutzen. Dabei fährt dann die Feder aus und rastet ein. Nun lässt sich der Capless problemlos wie jeder andere Füller zum Schreiben benutzen.
Was aber ungewohnt ist, ist das der Clip in der Schreibposition oben ist. Er kann somit aber auch als leichte Erkennung genutzt werden, wie der Füllfederhalter zu halten ist. Die Finger liegen, zumindest bei mir, am Clip an.

Wenn man fertig mit dem Schreiben ist betätigt man einfach erneut den Drücker, die Feder wird versenkt.

Ja, das ist das Prinzip eines Druckkugelschreibers. Aber hier eben mit einer Feder.

Bei dem Capless haben wir es mit einer 18 kt Goldfeder zu tun. Der Titanium-Überzug lässt diese Feder silbern glänzen und ergibt damit einen sehr schicken Kontrast zum restlichen Schreibgerät.

Die Feder selber ist nicht verziert. Lediglich die Angaben “Pilot 18K 750” und die Federstärke sind aufgebracht. Allerdings ist auf dieser schlanken Feder auch nicht wirklich Platz für Verzierungen. Selbst diese Angaben sind im normalen Gebrauch nicht zu lesen.

Die Feder des Pilot Capless

Mein Eindruck des Füllfederhalters

Der Capless ist speziell. Die Form und Funktion sind einzigartig. Damit ist der Capless auch schnell zu identifizieren. Egal um welche der vielen Versionen es sich dabei handelt.

Denn der Capless ist in vielen verschiedenen Versionen erhältlich. In meinem Fall habe ich einen mattschwarzen Füllfederhalter der glänzend schwarze Zierringe aufweist. Der Clip ist, anders als in vielen Versionen, wie der Schaft in mattschwarz ausgeführt. 

Diese Farbkombination hat etwas von einer (vornehmen) Zurückhaltung. Er ist von der Form her auffällig. Das Mattschwarz lässt ihn aber unauffälliger werden. Aber egal welche Version man besitzt, der Stift ist sowohl haptisch als auch optisch hochwertig.
Auf dem, bei mir ja mattschwarzem, Schaft befindet sich auf der “Rückseite” klein aufgedruckt der Schriftzug “Pilot Japan”. Und das, in einem hellen grau, das sehr dezent wirkt.

Gekrönt wird der Pilot Capless, wie jeder Füllfederhalter, von der Feder. Wie schon oben beschrieben haben wir hier eine Goldfeder. Und zwar eine 18 kt Goldfeder. Das entspricht 750er Gold. Der Titanium-Überzug schützt die Feder, aber sorgt vor allem für einen schicken Kontrast zu dem matten Schwarz.

Nun ist diese Feder aber sehr schmal. Deutlich schmaler als “normale” Federn. Dies tut aber in der Nutzung keinen Abbruch.

Vergleich der Feder von einem Pilot Capless zu einem Pelikan P200
Oben: Pilot Pen Capless | Unten: Pelikan P200

Diese Feder schreibt sich sehr weich. Goldfedern wird ja immer nachgesagt, dass diese sehr angenehm weich schreiben. Dem wird diese Goldfeder auf jeden Fall gerecht.
Auch ein wenig Flex ist vorhanden. Dies wird der Goldfeder auch immer nachgesagt, ist dies bei modernen Goldfedern aber nicht unbedingt der Fall. Hier ist aber eindeutig ein wenig Flex vorhanden. Aufgrund der Größe der Feder kann man hier auch nicht mehr erwarten. 

Wer also einen Füllfederhalter mit einer Goldfeder sucht, die auch ein wenig Flex hat, wird hier auf jeden Fall fündig.

Aber die Goldfeder ist nur ein Punkt von vielen.

Die stark an einen Druckkugelschreiber erinnernde Form ist ja durch die ähnliche Funktion bedingt. Der Stift liegt aber gut in der Hand. Das der Clip immer im Bereich der Finger ist, mag am Anfang noch irritieren. Es ist aber in keiner Weise störend. Denn so wird einem ja genau die richtige Haltung gezeigt. Der Clip gehört nach oben. Die abgeflachte Form der konischen Spitze sorgt dafür, dass man mit dieser nicht mit dem Papier in Kontakt kommt. 

Die Nutzung und Handhabung sind so sehr schnell einem “ins Blut” übergegangen. Man hält quasi automatisch den Stift korrekt und muss nicht erst den Stift drehen, bis die Feder richtig herum liegt.

Schriftmuster

Aber warum ist der Clip nicht, wie bei Druckkugelschreibern üblich, am Ende mit dem Drücker?

Das ist recht einfach. Wenn man den Füllfederhalter einsteckt, zum Beispiel in einer Hemd- oder Jackett-Innentasche, würde in dem Fall die Feder nach unten zeigen und es bestünde die Gefahr, dass doch ein wenig Tinte austreten könnte. Die Spitze ist zwar nicht nur versenkt, sondern auch noch durch eine kleine, versenkt angebrachte, Klappe geschützt, aber ganz auszuschließen wäre dies nicht. Und das wäre ja eine Schande.

Also hat man den Clip umgedreht und an das andere Ende platziert. So zeigt die Feder, wenn man den Stift in einer Tasche eingesteckt hat, nach oben. Tinte kann so nicht tropfen. 

Bei einem normalen Füllfederhalter wird man zu einer gewissen Langsamkeit gezwungen. Man muss erst die Kappe abschrauben oder abziehen, bevor man schreiben kann. Das ist etwas, was man häufiger hört von Fans des Füllfederhalters. Und zwar als einen positiven Aspekt.
Im Gegensatz zu Hektik in der manch ein Kugelschreiber genutzt wird. Da der Capless aber hier wie ein Kugelschreiber fungiert fällt dieses gezwungene Innehalten weg.
Das macht ihn nicht schlechter. Nur anders. So eignet sich der Capless ideal, um schnell was zu notieren. Er ist damit, in meinen Augen, ein direkter Konkurrent zu den Kugelschreibern. Er ist ideal im beruflichen Alltag wo man schnell ein paar Notizen machen muss. Oder in der Schule beziehungsweise Universität. 

pilot capless front 1024x683 - Kappenlos: der Pilot Capless

Ich persönlich mag es auch sehr gerne, das ich vor dem Schreiben erst von dem Füller die Kappe abschrauben muss. Ein wenig die Hektik herausgenommen wird.
Aber ich muss gestehen, dass mir der Capless außerordentlich gut gefällt.

Die einfache Nutzung macht ihn ideal für die schnelle Notiz nebenbei. Und dabei sieht er auch noch sehr schick aus und schreibt sich ausgesprochen schön.
Für die schnelle Notiz ist die B-Feder in diesem Capless vielleicht nicht Ideal. Aber das bedeutet wohl eher, dass ich mir noch einen zweiten Capless kaufen muss. Vielleicht mit einer F- oder einer M-Feder. Oder zwei weitere? Die Auswahl ist ja groß.

Ja, ich muss sagen, es macht mir Spaß den Füllfederhalter zu nutzen. Er liegt gut in der Hand. Ist leicht in der Bedienung und hat eine sehr schön schreibende Feder.

Technische Daten

Gewicht: 31 g (leer)
Typ: Patrone/Konverter (nicht standard)
Durchmesser Schaft: 12,6 mm
Durchmesser “Mundstück”: 10 mm (konisch abnehmend)
Länge geschlossen: 140,8 mm
Länge “offen”: 138,5 mm

Testmuster Das hier beschriebene Produkt wurde mir vom Hersteller für diese Vorstellung und Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies geschah ohne Vorgaben und ohne Einflussnahme auf den Artikel durch den Hersteller. Die hier geschriebene Meinung, egal ob positiv oder negativ, spiegelt meine eigene Einschätzung wieder.
Author

Ein Freak von Papier, Stiften und Tinten. Aber ein wenig verrückt muss man ja sein.

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