Ledertasche für Geld oder Visitenkarten

Es muss nicht immer teuer gekauft sein. Manches kann man auch schnell und gut selber machen.
So zum Beispiel diese kleine Tasche die sich gut für Geldscheine oder Karten eignet.

Die Idee hierfür wurde in der Nacht geboren, als ich nach einer Lösung suchte die Visitenkarten von Gesprächspartnern auf der kommenden paperworld stilvoll zu sammeln. Nichts finde ich schlimmer als wenn man später verzweifelt nach einer Visitenkarte suchen muss, und nicht mehr weiß wo man diese gelassen hat.
Diese kleine Tasche eignet sich aber natürlich genau so gut für die eigenen Visitenkarten. Oder Geldscheinen. Oder all den anderen Karten die man immer mitschleppen muss.

Einfach hergestellt. Simpel. Und dennoch gut aussehend.
Und vor allem: individuell und absolut einmalig

Werkzeug

Was man dafür braucht:

  • Ein Stück stabileres Leder ( ungefähr 20x9cm  oder jede gewünschte Größe)
  • Elastikband oder Elastikkordel (Gummirundschnur)
  • für Elastikkordel sinnvoll: Endhülle für Schmuckarbeiten

Benötigtes Werkzeug:

  • Lineal
  • Cutter / Skalpell
  • Lochzange
  • Flachzange
  • Falzbein, oder stabiler, gerade und glatter Gegenstand.
  • Eventuell Kleber
  • für Elastikband: Ledernadel und stabiler Faden

Ich habe für diese Tasche ein Stück vorhandes Leder genommen. Es ist ungefähr 2mm dick. Und dadurch relativ stabil, aber noch flexibel und geschmeidig.

Maß nehmen
Maß nehmen

Dieses wird zuerst auf das gewünschte Maß vorsichtig zurecht geschnitten. Hier kann man eine Visiten- oder eC-Karte als Hilfe Maß für die Breite nehmen. Ideal sind aber ungefähr 9cm. Denn diesen Wert können Visitenkarten manchmal haben. Auch Geld passt dann gut. Die breitesten Euro-Schein (die 100er, 200er und 500er) sind 8,2cm breit. Der längste Euro-Schein (500er) ist 16cm lang.
Als Länge habe ich hier 20cm genommen. Bei meinem Stück Leder gibt es an der einen Seite bereits eine schön geschwungene Form, die ich einfach mit verarbeiten wollte.

Der Schnitt

Wichtig ist, das die Karte gut dreimal darauf Platz findet. Mit Abständen dazwischen, denn diese brauchen wir für die Biegung.

tasche_mass2

Wenn die Grundform heraus geschnitten wurde sollte man noch einmal grob prüfen ob die Maße passen. Denn diese Schnittkanten bleiben. Also auch darauf achten das die Schnitte sauber sind, und sollte man nicht gut geschnitten haben etwas überstehendes vorsichtig entfernen.

Je nach dem wie man das ganze gerne mag kann man die Kanten z.B. mit einem Kantenzieher bearbeiten. Dieser schrägt die Kante an. Für meine Vorstellung nicht das Richtige, aber bearbeiten sollte man die Kanten schon. Hier kann man z.B. mit einem Falzbein die Kanten etwas bearbeiten. Ich habe hier die Schnittkante schräg damit glatt gestrichen, so das die Kante auf der Lederseite ein wenig eingedrückt wurde. Das ist später zwar fast nicht merkbar, aber schützt ein wenig die Kanten. Wie beim Holz das Anfasen der Kanten.

Wer will kann die Kanten noch mit Edge Kote versigeln.

Nach dem diese Vorarbeiten erledigt sind folgt das Falzen. Hierfür einmal das Leder grob vorbiegen. Am Besten eine Visitenkarten im Inneren als Maßstab verwenden, damit später auch wirklich eine Karte dadrin Platz findet.
Wenn das Leder grob vorgebogen ist kann man nun die umgelegten Kanten mit dem Falzbein falzen. Oder man verwendet z.B. eine saubere Glasflasche dafür.
Durch dieses Falzen bekommt das Leder die gefaltete Form deutlich besser hin. Zur Unterstützung kann man dann auf der Innenseite mit dem Falzbein auch noch eine Nut einpressen. Damit sich das Leder auch gut an der Stelle faltet.

Der Falz

Wenn dies gemacht wurde sollte das Leder auch beim loslassen schon grob die Form behalten. Klar wird es noch aufklappen, aber der Knickfalz sollte dabei deutlich bestehen bleiben.

Jetzt kommt das Elastikband zum Verschließen.
Je nach dem was einem lieber ist, eine sogenannte Gummirundschnur, oder ein breites Elastikband. Das breite Elastikband hat den Vorteil das man dieses festnähen kann. Dafür braucht man aber eine gute Ledernadel, oder sollte die Löcher vorbohren. Letzteres macht natürlich keiner der wirklich meint mit Leder umgehen zu können. 😉

tasche_wahl

Auch wenn ich schon deutlich dickeres Leder mehrlagig genäht habe hatte ich hier zum Nähen keine Lust. Die Gummirundschnur hat auch einen großen Vorteil: sie ist austauschbar.

Also nehmen wir uns das spätere hintere Teil vor. Im Leder ist dies das Mittelteil zwischen den Falzen. Hier machen wir mit einer Lochzange zwei Löcher passend zum Durchmesser der Schnur. Beim Elastikband natürlich ein länglicher Schnitt, oder hinten vernähen.)

tasche_lochzange

Die Schnur wird nun durch die Löcher gefädelt und so gelegt das man die Tasche im geschlossenen Zustand damit gut verschließen kann. Vorsichtig wieder öffnen ohne die Schnur zu verziehen, und man kann die Endkappe ansetzen. Diese Endkappen aus dem Schmuckbedarf sind an beiden Seiten offen. (Jedenfalls die, die wir brauchen). Haben aber an der einen Seite eine Öse. Diese kann man getrost entfernen.
Hier ein wenig Textilkleber einfügen und beide Schnüre einlegen. Dann die Kappe gut mit der Flachzange zusammen quetschen. Wer so eine Kappe nicht hat kann natürlich auch einfach Knoten. Aber ein Knoten in einer Gummischnur ist nie so fest wie man es gerne hätte.

tasche_gummiband

Fertig ist die kleine Tasche und wartet auf den ersten Einsatz.

Man kann jetzt noch ein paar Schönheitsmaßnahmen ansetzen. Zum Beispiel auch ein Innenfutter einkleben. Das würde ich zum besseren Halt aber auch noch vernähen.

Oder Verzierungen anbringen.
Mir gefällt der schlichte Look. Nur meine Marke die ich auf alle Lederarbeiten anbringe ist auch hier auf der Rückseite zu sehen.

Ach ja: die Schnur zum Verschließen würde ich wie auf den Bildern zu sehen anbringen. Denn so schützt der Verschluss auch vor einem versehentlichen rausfallen an der Seite. 😉

tasche_geld

Leder, egal ob nun diese Tasche oder ein teures Ledernotizbuch, sollte gepflegt werden. Nur so entwickelt sich zum einen die tolle Patina die Lederartikel nun mal haben ohne das das Leder wirklich Schaden nimmt.
Sehr gut sind spezielle Lederpflegemittel. Von Lederbalsam/Lederfett/Sattelfett möchte ich abraten. Das lässt das Leder aufgehen. Macht es vor allem erst einmal anfälliger gegen Feuchtigkeiten.

Author

Ein Freak von Papier, Stiften und Tinten. Aber ein wenig verrückt muss man ja sein.

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