alster 6d - Der Alster 6D - Ein Restaurierungsversuch - Teil 1

Füllfederhalter sind für mich immer etwas Besonderes. Und so ein funktionstüchtiger alter Füller ist da noch einmal etwas ganz besonders.

Ich persönlich mag Füller sehr gerne. Aber nicht nur die neuen Füller sind toll. Alte Füller haben ihren ganz eigenen Flair. Mal abgesehen davon das es gerade bei den alten Füllern teilweise sehr toll schreibende Federn gab.
Nun kann man natürlich alte Füller kaufen. Wenn diese in einem guten, schreibbereiten Zustand sind, kann das aber schon ganz schön kosten. Und nicht nur die Kosten sind ein Faktor: wesentlich häufiger findet man alte nicht funktionsfähige Füller. Und vielleicht ist gerade da einer dabei, den man gerne hätte.

Nun werden Füller schon lange restauriert. So wird aus einem alten Stück ein wahrer Schatz.

Aber grundsätzlich kann man auch selber versuchen einen alten Füller wieder zu restaurieren. Sei es, weil dieser gar nicht mehr schreibt oder einfach nur, weil das gute Familienstück schon ein wenig mitgenommen ist.

Ich wollte schon lange einen Füller restaurieren. Keinen bestimmten, aber es gibt da einige schöne Stücke.

Der Versuch – Teil 1

Und ich möchte hier mit euch diesen Versuch wagen.
Ich habe keine Ahnung, ob es mir gelingt. Noch ist der Füller nicht fertig. Das ist eine Arbeit die voranschreitet. Ihr seid also mit dabei. Es kann sein das bei dem Versuch der Füller komplett kaputtgeht. Oder ich aus lauter Frust nicht weiter vorankomme. Alles möglich. Aber ich denke, bei dem Versuch kann ich und ihr damit auch, ein wenig lernen.

Ich nehme hier gerne Kritik und Hinweise entgegen. Es ist für uns alle was zum Lernen.

Und verständlicherweise habe ich für diesen ersten Versuch meinerseits einen günstigen Füller erstanden. Wäre ja schade, wenn ich einen edlen alten Füller bei dem Versuch eventuell versaue.

Das Versuchsobjekt

Das Versuchsobjekt, das ich hierfür günstig gefunden habe ist ein Füller, dessen einzige Markierung auf der Feder ist: Alster 6D.

Nur leider habe ich bisher sehr wenig zu einem “Alster”-Füller gefunden. Im Internet fand ich bisher durch eine reine Suche sehr wenig. Es gibt ein paar Alster 6D. Und es gibt wohl auch einen Alster mit Glasfeder.
Es wird angenommen, dass der Alster aus Deutschland kommt. Sicher auch wegen “Alster”, einem Nebenfluss der Elbe, der in Hamburg in eben dieser mündet. Angeblich stammt der Füller aus den 1930ern/1940ern.
Wenn hier wer mit mehr Informationen dienen kann: immer her damit.

a6d zierring - Der Alster 6D - Ein Restaurierungsversuch - Teil 1

Der Zustand des Füllers an sich ist gut. Es gibt keine starken Kratzer. Die Oberfläche ist insgesamt recht gut, aber nicht perfekt. Der eine Zierring ist lose. Der Kolben lässt sich zwar bewegen, sehr schwer, aber der Kork selber bewegt sich nicht.
Genau: Kork. Der Kolben mündet, wie früher üblich, in einem Korkstück, das den Schaft abdichtet.

Das Auseinandernehmen

Der Alster 6D lässt sich im Großen und Ganzen problemlos auseinandernehmen. Die Spitze der Kappe lässt sich problemlos abschrauben, um so den Clip zu entnehmen. Der Zierring ist ja bereits lose.

alster 6d kappe - Der Alster 6D - Ein Restaurierungsversuch - Teil 1

Das Schaftende, mit dem Kolbenmechanismus, lässt sich ebenfalls problemlos entfernen. Wie schon vorher gesehen: der Kork rührt sich aber nicht.
Ein Punkt, der hier auch noch auffällt: der Mechanismus ist schief. Der innere Stab des Gewindes, der mit dem Drehknopf verbunden ist, liegt an der einen Seite am Schaft an. Der Kolben soll natürlich nicht zu leicht zu bewegen sein, das wäre schlecht für die Alltagstauglichkeit, aber ich denke, der schiefe Schaft ist nicht gewollt.
Leider bekomme ich den Drehknopf noch nicht ab. Ein sehr feiner Metallstift hält diesen fest. Mir fehlt momentan ein passender Treiber, um diesen vorsichtig zu entfernen.

a6d kolben - Der Alster 6D - Ein Restaurierungsversuch - Teil 1

a6d schaft - Der Alster 6D - Ein Restaurierungsversuch - Teil 1

Reinigung und Kork

Als Erstes nach dem Auseinandernehmen lasse ich alle Teile ein Ultraschallbad nehmen. Hierbei löst sich ein wenig Oberflächenschmutz. Ein wichtiger Punkt aber ist klar: der Füller enthält keine Tintenreste. Entweder wurde dieser also gründlich gereinigt oder wurde nie effektiv genutzt.
Der Kork hat sich bei der Reinigung aber nicht gelöst. Das war aber zu erwarten.

a6d ultraschall - Der Alster 6D - Ein Restaurierungsversuch - Teil 1

Ich hätte den Kork zwar gerne in einem Stück aus dem Füller bekommen, um ihn als Muster für eine Neuanfertigung zu nutzen, allerdings gelingt mir dies nicht. Trotz aller Vorsicht bricht der Kork und kommt in zwei großen (und ein paar kleinen) Stücken heraus. Grob Maßnehmen ist also noch möglich.

a6d kork - Der Alster 6D - Ein Restaurierungsversuch - Teil 1

Was bleibt

Das war der Anfang. Der leichte Teil.

Ein paar Arbeiten bleiben noch, damit dieser Füller wieder voll nutzbar ist. Und vor allem: ein paar Arbeiten, die ich gerne durchführen möchte.

Also, was liegt noch an:

  • Ich möchte den Drehknopf/Schaftende noch auseinandernehmen. Dafür benötige ich einen sehr feinen Treiber.
  • Einen vorsichtigen Versuch den Mechanismus zu begradigen sollte man auf jeden Fall unternehmen.
  • Der Kork muss ersetzt werden.
  • Und dann darf der Füller noch poliert werden und der Zierring sollte wieder befestigt werden.

All diese Maßnahmen werde ich noch angehen und dann natürlich veröffentlichen.  Egal wie sie ausgehen.
Das wird allerdings noch ein wenig dauern, da ich mich noch weiter informieren will, und andererseits natürlich auch immer die Ruhe brauche um dieses nicht zu überstürzen.
Ich habe mich bereits zu den Punkten ein wenig informiert und Gedanken zu dem weiteren Vorgehen gemacht.  Wer Tipps und Ideen hat: immer her damit.

Author

Ein Freak von Papier, Stiften und Tinten. Aber ein wenig verrückt muss man ja sein.

1 Kommentar

  1. Hallo Chris,
    Das klingt nach einer spannenden Reise.
    Zum Begradigen des Mechanismus eine Idee: Schau, ob Du herausfinden kannst, was eigentlich schief ist. Sonst bricht es beim Korrigieren.

    Ist es ein Metallstück, sollte es relativ einfach zu beheben sein. Ist es aber das Hauptmaterial (Bakelit? Horn?), braucht es vielleicht etwas heißes Wasser oder Dampf.
    Dein Optiker kann Dir da vielleicht helfen. Die stehen bei Brillengestellen vor denselben Aufgaben.

    Viel Erfolg!

Schreibe einen Kommentar

Pin It