diariumEin Einblick in ein fremdes Notizbuch ist ja doch immer interessant.

Für diesen Einblick habe ich hier ein Diarium vorliegen. Also ein Tagebuch. Auch wenn dies, wie wir sehen werden, so nicht gebraucht wurde.
Als kleine Besonderheit aber ist dieses Tagebuch alt. Da leider keine Jahreszahl vermerkt ist, muss man es schätzen. Aber die Schätzung mit “um 1900” herum dürfte sehr gut zutreffen.
Denn auch wenn keine Jahreszahl angegeben ist, es gibt Hinweise die einem helfen das Notizbuch zeitlich einzuordnen.

Am Anfang dieses Buches befindet sich nämlich eine Seite zum Eintragen des eigenen Namens. Und damit die Seite nicht so leer ist, und sicher auch der damaligen Mode entsprechend, finden wir hier vier Portraits.
Und dank denen können wir ein paar Jahreszahlen ermitteln.

Diarum mit Portraits Wilhelm II.
Das erste Portrait, das von “Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen” ist exakt nach dem Portrait was im Jahr seiner Krönung 1888 1 erstellt wurde.
Das zweite Portrait ist von seiner Frau Augusta Victoria, (genauer gesagt: Augusta Victoria Friederike Luise Feodora Jenny von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg 2. Diese starb 1921. Das Portrait selber habe ich nicht gefunden.
Die letzten beiden Portraits sind vom Kronprinz Friedrich Wilhelm und vom Prinz Wilhelm Eitel-Friedrich. Geboren 1882 und 1883. Auf den Portraits würde ich sie vielleicht um die 10-12 Jahre schätzen.
Also passt “um 1900” mit Sicherheit. Dieses Tagebuch ist also deutlich über 100 Jahre alt.

Entsprechend ist auch der Zustand. Bereits oben auf dem Foto sieht man das die untere Ecke deutlich verfärbt ist durch den Schweiß und Fett der Finger die darin geblättert haben. Auch die Bindung hält nicht mehr so gut. Einzelne Blätter haben sich bereits gelöst.
Aber das ist nichts in dem Alter für ein Tagebuch.
Das Papier ist leicht rauh, aber das hat Papier wenn es gealtert ist ja gerne. Wenn ich mir vorstelle wie das neu war, war dies sicher gutes Papier, und kein ganz billiges. Von der Dicke entspricht das knapp heutigem 90g/m².

Und die Besitzerin hat in diesem Tagebuch Gedichte notiert. Und den rückseitigen Einband als Inhaltsverzeichnis benutzt.
Wie in der Zeit üblich ist das ganze Buch in Süterlin3 geschrieben. Und es ist komplett gefüllt.Man hat also einiges zu entziffern. Nicht jeder kann heute ja noch diese Schrift lesen, geschweige denn schreiben.

Aber hier noch mal ein paar kleine Impressionen:

diarium_stundenplan diarium_schrift diarium_schrift2 diarium_inhalt

Ich hoffe euch hat dieser kleine Einblick in ein fremdes (und in diesem Fall noch altes) Notizbuch gefallen. Es werden sicher noch ein paar Einblicke in andere Bücher folgen. Ein paar weitere ältere Notizbücher habe ich noch. Und vielleicht hat ja auch mal Lust jemand von euch sein Notizbuch vorzustellen? Dann einfach melden.

 

 

 

 

Author

Ein Freak von Papier, Stiften und Tinten. Aber ein wenig verrückt muss man ja sein.

Schreibe einen Kommentar

Pin It