suetterlin text - Die Sütterlin – ein paar Infos und nützliche Links

Die Sütterlin, die korrekt eigentlich Sütterlinschrift heißt, ist heute nicht mehr in Gebrauch. Und viele haben Probleme diese Schrift heutzutage zu lesen. Hier aber ein paar Informationen und Links zu dieser Schrift.

Die Schrift Sütterlin, bzw. Sütterlinschrift, wird heute eigentlich nicht mehr geschrieben. Und die meisten kennen Sie nicht einmal.
Dabei war das eine Zeit lang in Deutschland die Schulschrift schlechthin und auch aus dem normalen Leben nicht mehr wegzudenken.

Aber warum schreibe ich hier über eine Schrift, die heutzutage eigentlich keinerlei Bedeutung mehr hat? Weil wir immer noch auf diese Schrift stoßen können.

So manch altes Notiz- oder Tagebuch ist in Sütterlin geschrieben. Gerade Genealogen und welche, die mit der Ahnenforschung anfangen, werden sicherlich den einen oder anderen Text in Sütterlin auf den Tisch bekommen.

Historie

Zuerst mal ein klein wenig Historie. Denn die Sütterlinschrift wurde 1911 von Ludwig Sütterlin für das preußische Kultur- und Schulministerium entworfen. Diese wollte die bisherigen Kurrentschrift als Schulschrift, sogenannte Ausgangsschrift, ablösen.

Denn die Kurrentschrift ist eine Schrift, die schwerer zu lernen ist für Schreibanfänger. Nicht zuletzt, weil hier unterschiedlich Druck beim Schreiben ausgeübt werden muss, um die Schrift sauber zu schreiben.
Die zeitgleich mit der deutschen Sütterlinschrift entwickelten lateinischen Sütterlinschrift ist übrigens für uns heute noch eigentlich problemlos lesbar.

Und da ab 1915 die Sütterlin, also die deutsche Sütterlinschrift, in der Schule gelehrt wurde, war das die damals übliche Schrift. Jeder konnte Sie schreiben und lesen. Die Schrift selber wandelte sich im Laufe der Zeit natürlich auch.
Ab 1930 war die Sütterlin deutschlandweit die Haupt-Schulschrift.

Aber nur bis 1941. Denn die Nationalsozialisten hatten schon lange ein problematisches Verhältnis zu dieser Schrift. Sie galt als zu “alt”, nicht dem modernen Geist der Zeit entsprechend. Und am 1. September 1941 erging ein Erlass der die Sütterlin und die davon abgewandelte “deutsche Volksschrift”, im Unterricht nicht mehr unterrichtet werden solle, bzw. nur noch in späteren Schuljahren. Letzteres aber auch nur, damit man nicht sofort alle Schulbücher, die ja mittlerweile auch in der passenden Schrift geschrieben waren, ersetzen musste.

Sütterlin lesen

Das Wissen um die Sütterlin hilft einem aber meistens nicht weiter. Sie ist höchstens ein interessantes Detail für Interessierte.
Was kann man also tun, um Sütterlin zu lesen? Weil man zum Beispiel einen alten Brief in der Familiengeschichte hat.
Hier gibt es verschiedene Hilfen.

Zum einen kann man die Alphabete und Hilfen auf folgenden Seiten als “Übersetzungshilfe”  benutzen:

Zum anderen gibt es auch Gruppen, die einem direkte Hilfe anbieten. Man kann denen den Sütterlin-Text zusenden und bekommt den Text in moderner Schrift zurück. Oftmals sind das Gruppen älterer Menschen, die Spaß daran haben Ihr Wissen und Können dieser Schrift umzusetzen.

Eine kleine Auswahl:

Sütterlin schreiben

Die gleichen Hilfen, die oben zum Lesen aufgeführt sind, helfen einem natürlich auch beim Schreiben. Es erfordert nur einfach mehr Übung.

Wer aber das Schreiben von Sütterlin lernen will, findet im Buchhandel eine kleine Auswahl von Büchern zu diesem Thema.

Und wer am Rechner schreiben möchte, hier gibt es Sütterlin-Fonts:

Bitte beachtet bei den Schriften die jeweiligen Lizenzbedingungen.

Seid ihr schon schon mal über einen Text in Sütterlin gestolpert? Konntet Ihr ihn lesen?

Quelle des Fotos:  Romtomtom @ flickr.com
Author

Ein Freak von Papier, Stiften und Tinten. Aber ein wenig verrückt muss man ja sein.

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